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Glossar

Photovoltaikversicherung

Technische Regeln für eine Photovoltaik-Anlage

Wer seine PV-Anlage sachgerecht installieren lässt, reduziert damit deutlich die möglichen Risiken im Betrieb. Auch Versicherungen belohnen die Einhaltung der technischen Regeln für PV-Anlagen. Diese laufen länger, sind insgesamt wirtschaftlicher, weniger störanfällig und erst recht keine Gefahr für das Haus oder die sonstige Umgebung ihrer Installation.

Wer stellt die technischen Regeln für PV-Anlagen auf?

Zunächst einmal sind hierfür die Hersteller verantwortlich, doch es gibt auch unabhängige Stellen wie den BSW (Bundesverband Solarwirtschaft). Dieser gibt einen Photovoltaik-Anlagenpass als mehrseitiges Formular heraus, auf welchem alle nötigen Informationen und die benötigten Dokumente vermerkt sind.

Ebenso finden sich in diesem Pass auch alle Richtlinien für die Planung und die Installation der PV-Anlage. Nicht zuletzt ist eine Vorlage für das Protokoll der Abnahmemessung enthalten. Dieses Protokoll belegt, dass die PV-Anlage bei ihrer Übergabe ordentlich funktioniert hat.

Der Handwerker kann den Pass einfach ausfüllen, indem er alle aufgelisteten Punkte nach ihrer Erledigung abhakt, somit das Protokoll ausfüllt und alle erforderlichen Dokumente beilegt. Ein Qualitätszertifikat ist dieser Pass allerdings nicht, er dokumentiert lediglich, dass alle Komponenten der PV-Anlage enthalten sind und dass der Handwerker nach den gültigen Regeln der Technik - zu denen auch DIN- und ISO-Normen gehören - gearbeitet hat.

Das Gesamtprodukt sollte damit qualitativ hochwertig und in jedem Fall sicher und funktionsfähig sein. Beim Vorliegen dieses PV-Passes gewähren einige Versicherer eine günstigere Prämie. Das verweist auf den Aspekt der Sicherheit durch die Einhaltung der Technik-Regeln für Photovoltaik-Anlagen.

Was gehört zu den TÜV Regeln der Technik im Solarbereich?

Der TÜV Rheinland überprüft die Installationsbetriebe in folgenden Kategorien:

  • Qualität der Angebote
  • allgemeine Kundenberatung,
  • Installationsleistung
  • Material
  • normen- und gesetzeskonformes Arbeiten
  • korrekte Anlagendokumentation
  • Überwachung des Anlagenbetriebes
  • Einsatz von Komponenten nach dem jüngsten Stand der Technik
  • Zertifikate und Prüfbescheinigungen für Materialien und Komponenten
  • PV-Anlagen: Regeln der Technik im Einzelnen
Die technischen Regeln haben sich seit 2007 nicht grundsätzlich geändert. Mit dem Stand der jüngsten Anpassung ab 2013 lassen sie sich in folgende sieben Punkte unterteilen, die allgemeingültig sind:
  • Regel 1: Dimension des Montagesystems: Hier gilt für den Widerstand gegen Wind und Schnee die DIN 1055. An Dachkanten herrscht höherer Windauftrieb, dem ist Rechnung zu tragen. Das betrifft die Einhaltung von Abständen und die Nutzung aller vorgegebenen Befestigungspunkte.
  • Regel 2: Tragfähigkeit der Dachkonstruktion: Das Dach muss die PV-Anlage auch bei einem Sturm und bei Schneefall noch tragen können. Das betrifft das Dach an sich und nicht nur die Unterkonstruktion.
  • Regel 3: Standsicherheit von Flachdachanlagen: Diese bieten dem Wind besonders viel Angriffsfläche, vor allem dann, wenn sie in einem bestimmten Winkel (wegen der solaren Effizienz) aufgeständert werden. Ein Prüfstatiker muss diese Standsicherheit auch bei hohen Belastungen durch Wind und Schnee prüfen.
  • Regel 4: Verwendung von geeigneten Komponenten: Jedes Modul muss eines der Zertifikate IEC 61215 oder IEC 61646 aufweisen. Die Schutzklasse II muss überdies gegeben sein. Module sollten in schneereichen Regionen auf den Schneefall ausgelegt sein.
  • Regel 5: Blitz- und Überspannungsschutz: Es gilt die Anforderung, dass außerhalb des Wechselrichters ein zusätzlicher Überspannungsschutz montiert wird. Darüber hinaus soll die PV-Anlage im Schutzbereich des hauseigenen Blitzschutzsystems liegen.
  • Regel 6: Montage des richtigen Wechselrichters: Vielfach sind die Wechselrichter unterdimensioniert. Das fördert ihren Ausfall und kann zur Gefahr werden. Der Ersatz ist teuer, daher soll von vornherein ein ausreichend dimensionierter Wechselrichter mit ausreichender Be- und Entlüftung montiert werden.
  • Regel 7: Diebstahlsicherung: Die Solarmodule sind natürlich diebstahlgefährdet, weshalb Sicherungen bei Bodenanlagen etwa durch Reißdraht, Bewegungsmelder und/oder akustische Signale verlangt werden.

Nachträgliche Installation: Aufdachmontage empfohlen

Wer eine PV-Anlage nachträglich installiert, was immer noch das häufigste Szenario ist, sollte sich für die Aufdachmontage entscheiden. Dabei liegen die Module sechs bis acht Zentimeter über dem Dach. Sparrenanker halten sie an der Dachunterkonstruktion. Die Einhaltung der genannten Regeln ist damit einfacher, doch das Dach muss die Last natürlich halten. Das wäre vorab zu überprüfen (Regel 2).

 
 

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