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Scheuten-Module verursachen Anlagenbrände

Der Hersteller der Anlagenteile, Scheuten Solar Solutions, gab bekannt, dass die Modulteile voraussichtlich ein bis zwei Jahre unauffällig agieren könnten, bevor es zu Bränden komme.
Im vergangenen Sommer wurden an Photovoltaik-Anlagen, bei denen Scheuten-Module verbaut waren, europaweit Brände gemeldet – ausgelöst durch Designfehler in den Modulen.

Hauptgrund sollen laut Hersteller Kontaktprobleme an sämtlichen Anschlussdosen des Modul-Typs „Solexus“ gewesen sein, die Lichtbögen, eine nicht zu unterschätzende Brandursache bei Photovoltaik-Anlagen, verursachten. Der Hersteller der Anlagenteile, Scheuten Solar Solutions, gab bekannt, dass die Modulteile voraussichtlich ein bis zwei Jahre unauffällig agieren könnten, bevor es zu Bränden komme.

Diese Gefahr sei nicht zu unterschätzen gewesen. Suncyle repariert in einem vom TÜV Rheinland zertifizierten Verfahren die brandgefährdeten Module. Im besten Falle könnten die Kontakte in den Anschlussdosen nachgelötet werden, ansonsten müsste die verbaute Platine ersetzt werden.


Die Anzahl der verkauften Anlagen beläuft sich auf 644.375 Stück, von denen jedoch laut Hersteller nicht alle, sondern „lediglich“ 30.000 Anlagen brandgefährdet sein sollen. Die Reparaturaktion wird mindestens bis Ende diesen Jahres laufen. Bedenklich ist das zögerliche Anlaufen der Informations- und Reparaturorganisation seitens des Herstellers.

Für die Reparaturkosten kommt glücklicherweise die Produkthaftpflicht der mittlerweile insolventen Herstellerfirma Scheuten Solar Holding auf. Der Name der Versicherung ist der Öffentlichkeit jedoch nicht bekannt; vermittelt werden die Schadensfälle von Suncycle. Ob sich die Versicherung auch an Reparaturen der nicht als unmittelbar gefährdet eingestuften Anlagen beteiligt, ist bislang nicht bekannt.

Suncycle teilte mittlerweile mit, die Nachbesserungsarbeiten auch kostenpflichtig anzubieten. Nach europäischem Recht haftet der Produkthersteller, wenn durch eine mangelhafte Ware andere Güter beschädigt oder Personen verletzt werden. Da die Scheuten Solar Holding jedoch mittlerweile Insolvenz angemeldet hat, können zivilrechtliche Ansprüche lediglich noch an den entsprechenden Insolvenzverwalter gemeldet werden.

Quelle: Photon
geschrieben am 04.02.2015 um 11:10 Uhr.